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VTFF sieht Chancen und Aufgaben im Konjunkturpaket

Das neue Paket der Bundesregierung für Krisenbewältigung, Konjunktur und Zukunft mit den darin vorgesehenen Kulturhilfen des BKM soll den Neustart auch für die Filmwirtschaft unterstützen. Voraussetzung für jedes kreative audiovisuelle Schaffen ist eine ebenso solide wie innovative technische Infrastruktur. Für deren Überleben und Weiterentwicklung hat der VTFF einige Ideen und Vorschläge.

 

Das neue große Hilfs- und Konjunkturpaket der Bundesregierung betrachtet der VTFF vor allem mit Wertschätzung und Hoffnung, da es hohe Summen für verschiedene Maßnahmen bereitstellt, deren Chancen auch die film- und fernsehtechnischen Dienstleister entgegensehen. In dieser ohnehin prekären Branche haben viele Unternehmen durch den Stillstand der letzten Monate große Umsatzeinbußen erfahren und sind damit auf die jetzt angekündigten Überbrückungsmittel angewiesen.

 

Dass die Kultur- und Kreativwirtschaft und damit auch die Filmbranche gut ausgestattet wird, ist lobenswert und richtig, da dies zwar ein diversifizierter, aber im Ganzen ein sehr umsatz- und beschäftigungsstarker Sektor mit großer gesellschaftlicher Relevanz ist.

 

Am wichtigsten ist es, die Voraussetzungen zu schaffen, dass die Film- und Fernsehproduktion in allen Bereichen wieder Fahrt aufnehmen kann, also Risiken abzusichern, notwendige und praktikable Schutzmaßnahmen zu ergreifen und die erforderlichen Mehraufwände fair und angemessen einzukalkulieren.

 

Stabilisierende und konjunkturfördernde Mittel hält der VTFF auch in weiteren Bereichen für wesentlich und sinnvoll: So sollte die Förderung der Digitalisierung des Filmerbes gesichert oder sogar ausgebaut werden, da damit gleichzeitig Filmklassiker gerettet und zugänglich gemacht und sonst brachliegende Produktionskapazitäten am Laufen gehalten werden können.

 

Um die geforderte Entwicklung einer klimafreundlichen Filmwirtschaft voran zu bringen, sollten Investitionen in nachhaltige Produktionstechnik unterstützt werden. Ebenso der jetzt vorgenommene Ausbau von Soft- und Hardware für Remote-Arbeitswege, der auch in Zukunft zu effizienteren Produktionsprozessen beitragen kann. Neben den aktuellen Maßnahmen sollte bedacht werden, dass es Bereiche wie die Postproduktion gibt, deren größter Einbruch erst noch kommt. Außerdem sollten einige der Finanzierungs- und Förderbedingungen beim Neustart auf den Prüfstand gestellt werden, um unseren Produktionsstandort und dessen technische Infrastruktur voran zu bringen.

 

„Der VTFF schätzt das neue Konjunkturpaket der Bundesregierung und den Einsatz des BKM für die Kultur- und Filmwirtschaft und hofft, dass die konkrete Umsetzung den technischen Dienstleistern nicht nur das Überleben ermöglicht, sondern sie in ihren kreativen und innovativen Leistungen stärkt.“ sagt VTFF Vorstandsvorsitzender Stefan Hoff. „Die Unternehmen wollen mit Ideen, Elan und Zuversicht durch die Krise hindurch gehen und sollten darin von der Politik mit den richtigen Maßnahmen ermutigt und unterstützt werden.“

Filmwirtschaftliche Infrastruktur in Not

VTFF bittet Kulturstaatsministerin Monika Grütters um Unterstützung

Bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises vergangenen Freitag waren Mitglieder des Verbandes Technischer Betriebe für Film & Fernsehen (VTFF) in mehreren Preiskategorien involviert. Dies hat einmal mehr gezeigt: ohne technisch-kreative Dienstleistung kein Filmschaffen. Jetzt kämpfen diese investitionsintensiven mittelständischen Unternehmen um ihre Existenz. Daher hat der VTFF in einem Brief an Staatsministerin Monika Grütters die Notwendigkeit nach Hilfen für die Produktionsdienstleister unterstrichen und dafür Mittel aus dem DFFF II vorgeschlagen.

Erstmals wurde vergangenen Freitag bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises eine Auszeichnung für „Beste Visuelle Effekte und Animation“ vergeben. Der Preis ging an Jan Stoltz und Claudius Urban von VTFF-Mitglied Trixter, die die VFX und Animation für Dani Levys „Die Känguru-Chroniken“ verantworteten. Die vielfach ausgezeichnete Produktion „Systemsprenger“ von Nora Fingscheidt erhielt u.a. die Lola für die „Beste Tongestaltung“. VTFF-Mitglied Rotor Film war für die Bild- und Soundpostproduktion verantwortlich und ihr Mitarbeiter Gregor Bonse im Team der Preisträger. Das Unternehmen hat darüber hinaus die Bildpostproduktion für „Berlin Alexanderplatz“ umgesetzt und damit zu dem mit der Lola für ‚Beste Kamera/Bildgestaltung’ ausgezeichneten Look beigetragen. Das Kostümhaus Theaterkunst, ebenfalls VTFF Mitglied, hat den für das ‚Beste Kostümbild’ ausgezeichneten Film „Lindenberg! Mach dein Ding“ sowie zahlreiche weitere mit der Lola gekürte und nominierte Filme ausgestattet.

„Wir gratulieren allen Preisträgern und freuen uns über die Mitwirkung und die Anerkennung unserer Mitglieder. Hinter den ausgezeichneten Filmen sowie hinter dem gesamten Filmschaffen steht eine hervorragende technisch-kreative Infrastruktur mit zahlreichen Unternehmen, die mit großem Aufwand für Expertise, Geräte, Studios und andere Ausrüstung sorgen und damit die materielle Grundlage der Filmwirtschaft bilden.“ so der Vorstandsvorsitzende Stefan Hoff, „Diese ist jetzt in großer Gefahr, da diese Betriebe kaum noch Umsätze, hohe Fixkosten und wenig Rücklagen haben, aber von den bisherigen Hilfsmaßnahmen kaum berührt werden.“

In einem Schreiben an die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien Prof. Monika Grütters macht der VTFF daher erneut auf die prekäre Lage seiner Mitgliedsunternehmen aufmerksam und schlägt vor, zur akuten Unterstützung dieses Branchensegments die Mittel des DFFF II in Betracht zu ziehen, die explizit für die Produktionsdienstleister vorgesehen sind. Da in anderen Bereichen die Umwidmung von Projektmitteln vorgenommen oder erwogen wird, könnte dies in solch ungewöhnlichen Zeiten auch hier möglich sein.

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Der Verband Technischer Betriebe für Film und Fernsehen e.V. ist die Interessenvertretung und das Netzwerk für die technisch-kreativen Dienstleister in der Produktion von Film, Fernsehen und neuem audiovisuellem Content in Deutschland.

Produktionstechnik im freien Fall

Dreharbeiten sind abgebrochen, Produktionen verschoben, Veranstaltungen abgesagt, Kinos geschlossen – die Folgen der Coronakrise führen auch bei den technisch-kreativen Dienstleistern, die im Verband Technischer Betriebe für Film & Fernsehen (VTFF) organisiert sind, zu existenzgefährdenden Umsatzeinbußen. Der Verband erachtet die Unterstützung für die personal- und investitionsintensiven Unternehmen durch weitere Hilfsmaßnahmen als unerlässlich. Weiterlesen