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Am 2. Juli öffnen in Berlin und Brandenburg endlich wieder die Kinos

Mit aktuellen Filmneuheiten wie Christian Petzolds Berlinale Wettbewerbsbeitrag UNDINE oder DIE SCHÖNSTEN JAHRE EINES LEBENS, der neue Film von Claude Lelouch, in der er nach über 50 Jahren Anouk Aimée und Jean-Louis Trintignant wieder gemeinsam auf die Leinwand bringt oder das kolumbianische Drama MONOS – ZWISCHEN HIMMEL UND HÖLLE, dass einer jugendlichen Guerilla-Truppe in den Bergen Kolumbiens folgt, eröffnen die Berliner und Brandenburger Kinos wieder ihre Häuser. Am 16. Juli folgt die zeitgemäße Neuverfilmung des Alfred Döblin-Romans BERLIN ALEXANDERPLATZ und am 12. August Christopher Nolans langerwarteter Sci-Fi Thriller TENET.

Seit dem 14. März waren die Kinos bundesweit Corona-bedingt geschlossen. Nun öffnen sie in Berlin und Brandenburg unter sogfältiger Berücksichtigung der vorgegeben Abstandsregelungen und Hygienekonzepte wieder. Die behördlichen Abstandsauflagen zwischen nicht zusammengehörenden Personengruppen werden in den Kinosälen durch intelligente Platzbelegung sichergestellt. Die Besucher werden zudem gebeten, ihre Karten online zu erwerben. Außerdem sind die Anfangszeiten so entzerrt, dass sich nicht zu viele Personen gleichzeitig in den Foyers aufhalten. Die Reinigungs- und Lüftungszyklen der Säle und Sanitäreinrichtungen werden erhöht und Desinfektionsmittel in ausreichenden Mengen zur Verfügung gestellt. Die Mund-Nasen-Bedeckung, die im Übrigen beim Bewegen im Kino obligatorisch ist, kann am Sitzplatz im Saal abgenommen werden.

Christian Bräuer, Vorsitzender der AG Kino-Gilde: „Wir freuen uns sehr, dass es endlich wieder losgeht und wir dem Publikum die besten Filme aus aller Welt präsentieren können. Wir haben die Zeit genutzt, um die notwendigen Maßnahmen zum Schutz unserer Gäste umzusetzen und unsere Kinos noch sicherer zu machen. Unser Dank geht an unsere Mitarbeiter, die hart an einer optimalen Wiedereröffnung arbeiten, an unser Publikum, das uns in den vergangenen Monaten mit Gutscheinkäufen, Spenden und Liebeserklärungen so fantastisch unterstützt hat und an den Berliner Senat, den Medienausschuss im Abgeordnetenhaus, das Medienboard sowie an Kulturstaatsministerin Monika Grütters, die immer eng an der Branche das ihre getan haben, um uns in den schweren letzten Monaten zu unterstützen.“

www.agkino.de

Kinos in der Corona-Krise

Wiedereröffnung mit Hygieneregeln ist nicht nur möglich, sondern sinnvoll!

 

Für die Kinos in Deutschland standen und stehen Sicherheit und Gesundheit von Anfang an im Mittelpunkt. Als sozialer Ort sind wir uns unserer Verantwortung voll und ganz bewusst. Bereits vor der behördlichen Schließung haben Kinos mit Abstandsregelungen, verstärkten Hygienemaßnahmen und zeitlich abgestimmten Programmen die Infektionsgefahren auf eigene Kosten minimiert.

 

Wiedereröffnung mit Abstand und Augenmaß

 

Um die kulturelle Grundversorgung zu erhalten und die wirtschaftliche Perspektive der Kinos zu sichern, ist ein Fahrplan der Landesregierungen und des Bundes zur zeitnahen Wiedereröffnung der Kinos erforderlich.

 

Wie wenige andere Kulturorte können Kinos dabei die Einhaltung von Mindestabständen durch gezielte Maßnahmen einfach umsetzen, beispielsweise durch das gezielte Blockieren von buchbaren Plätzen bei der Sitzplatzauswahl, gesteigerten Desinfektionsmaßnahmen und einem Fokus auf das Verkaufen von Online-Tickets. Ein entsprechender Hygieneplan auf der Basis infektiologischer Erkenntnisse wurde von den Kinoverbänden erstellt und der Politik vorgelegt.

 

„Wir sind überzeugt, dass ein solcher mit Auflagen versehener Betrieb nicht nur einen Kahlschlag in der Kinolandschaft verhindert, sondern auch langfristig die Akzeptanz für hohe Infektionsschutzauflagen in der Bevölkerung erhält,“ so der Vorsitzende der AG Kino – Gilde, Dr. Christian Bräuer.

 

Kino ist Kultur – Kultur ist unverzichtbar

 

Kino ist der einfachste Weg, aus dem Alltag für wenige Stunden auszubrechen und in andere Welten einzutauchen. Insbesondere zur Corona-Zeit ist dies wichtiger denn je, damit die erschwerten Lebensbedingungen erträglich werden. „In einer Zeit, in der wir Freunde nicht sehen, keine Festivals besuchen, uns nicht in Biergärten treffen und nicht in den Urlaub fahren, kann das Kino uns zumindest für zwei Stunden die Möglichkeit geben, ein Stück Normalität wiederzuerlangen,“ so Bräuer weiter.

 

Kunst und Kultur genießen in Deutschland zu Recht Verfassungsrang. Sie sind nicht nur ein Grundrecht, sondern auch ein Grundbedürfnis der Menschen. Gerade weil die Freiheitsrechte massiv beschränkt sind, muss sich die Politik überlegen, welche Ventile sie schafft, um den sozialen Frieden in einer schwierigen Situation dauerhaft zu sichern.

 

Den Filmkunstkinos kommt hier eine besonders wichtige Rolle zu. Sie sind zentrale Kulturorte für ihre Nachbarschaft und bringen anspruchsvolle europäische und internationale Filme zu den Menschen.

 

Die Kinos fallen bislang zwischen epidemiologischen und rein wirtschaftlichen Überlegungen durch alle Raster. Und zwar sowohl in Bezug auf finanzielle Hilfen, als auch im Hinblick auf eine Perspektive zur Wiedereröffnung.

 

Kulturellen Kahlschlag vermeiden, Arbeitsplätze sichern

 

Viele Kulturorte – und dazu zählen Kinos – sind durch die Corona-Krise in ihrer Existenz bedroht. Eine repräsentative Branchenumfrage hat ergeben, dass 50% aller Kinobetriebe bei einer Schließung von weiteren zwei Monaten von Insolvenz bedroht sind. Das entspricht etwa 600 Betrieben! Wenn diese Orte jetzt von der Landkarte verschwinden, werden sie unwiederbringlich verloren sein. Zu befürchten ist eine kulturelle Verödung in der Fläche wie in den Städten.

 

Die deutschen Kinos sind – anders als in vielen anderen Ländern – überwiegend durch den Mittelstand geprägt. Viele von ihnen sind Familienbetriebe, bei denen sich Minijobber und Studierende ihr Gehalt verdienen – Gruppen, die explizit nicht ins Kurzarbeitergeld eingeschlossen wurden und daher besonders leiden.

 

Kinos sind der Motor der deutschen Filmwirtschaft. Mit ihnen sind nicht nur die Existenzen zahlreicher Arbeitsplätze im Kino verbunden, sondern auch die von Lieferant*innen, Produzent*innen und Filmschaffenden.

 

Wenn die Hälfte der Kinos durch die Corona-Krise stirbt, stirbt damit im nächsten Schritt der Großteil der deutschen Filmbranche. Denn, wie jetzt sehr drastisch zu sehen ist, macht das Kino immer noch einen extrem wichtigen Teil an den Erlösen aus. Insbesondere für den kulturell anspruchsvollen Film, der nicht Algorithmen oder Profitmaximierungen folgt, könnte dies das dauerhafte Aus als Kunstform bedeuten. So unterstützen auch die Filmverleiher die in der AG Verleih zusammengeschlossen sind eine baldige Wiedereröffnung der Kinos: „Jedes Filmkunstkino ist wichtig, damit sich die Filme rechnen, die den Mut haben, kritisch und bissig und kulturell wertvoll zu sein“, so der Vorstandsvorsitzende der AG Verleih, Björn Hoffmann. Gerade die Filme, die morgen beim Deutschen Filmpreis im Mittelpunkt stehen, wie „Systemsprenger“, „Berlin-Alexanderplatz“ oder „Undine“ werden erst durch das Kino sichtbar.

 

Auch die Verleiher haben sich auf verschiedene Szenarien für eine Wiedereröffnung vorbereitet. Björn Hoffmann erläutert: „Eine große Auswahl an attraktiven Filmen, die aufgrund der Schließung kaum ausgewertet werden konnten, steht zu besonderen Konditionen sofort zur Verfügung. Darüber hinaus sind wir in der Lage, auch sehr kurzfristig neue, starke Filme zu liefern und mit den notwendigen Marketingmaßnahmen zu begleiten. Die vorliegenden Sicherheitskonzepte sind überzeugend und werden sicher auch beim Publikum Vertrauen schaffen. Aktuelle Umfragen bestätigen die Sehnsucht des Publikums nach dem Erlebnis Kino, und wir hoffen, dass die Sehnsucht bald wieder gestillt werden kann.“

 

Um den Motor der deutschen Filmwirtschaft wieder zum Laufen zu bringen, wird auch eine Anschubfinanzierung nötig sein, um gemeinsam mit den Verleihern ein attraktives Programm aus aktuellen Filmen, Filmen die bereits im Kino angelaufen waren und Filmklassikern anzubieten. „Hier vertrauen wir sehr auf die Kreativität der Kinobetreiber*innen. Jedoch rufen wir alle regionalen Filmförderer auf, diesen notwendigen Kraftakt der Kinos zu unterstützen,“ appelliert Bräuer. 

 

Wir erwarten deshalb jetzt konkret:

 

  1. Soforthilfen

            zum Erhalt des Kulturort Kino und zur Abwendung eines Kinosterbens!

 

  1. Einen Fahrplan zur Wiedereröffnung

            mit dem Ziel, dass Kinos spätestens im Juli wieder ihre Türe öffnen können!

 

  1. Eine Starthilfe für die Kinobranche

            in der Phase der Wiedereröffnung mit begrenzten Kapazitäten!

 

Die Kinos in Deutschland werden ihren Beitrag leisten, um den Menschen so sicher wie möglich ein von den Grundrechten garantiertes kulturelles und soziales Angebot zu machen.

Verbände fordern Verbot von Dreharbeiten

Die Corona-Pandemie fordert einschneidende Maßnahmen von uns allen. Die Regelungen hinsichtlich der Durchführung, Verschiebung und des Abbruchs von Dreharbeiten für fiktionale Kino- und Fernsehproduktionen sind jedoch bundesweit lückenhaft und bieten für die Betroffenen und Beteiligten keinen verbindlichen rechtlichen Rahmen.
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Produktionstechnik im freien Fall

Dreharbeiten sind abgebrochen, Produktionen verschoben, Veranstaltungen abgesagt, Kinos geschlossen – die Folgen der Coronakrise führen auch bei den technisch-kreativen Dienstleistern, die im Verband Technischer Betriebe für Film & Fernsehen (VTFF) organisiert sind, zu existenzgefährdenden Umsatzeinbußen. Der Verband erachtet die Unterstützung für die personal- und investitionsintensiven Unternehmen durch weitere Hilfsmaßnahmen als unerlässlich. Weiterlesen