Zwei Südtirol-geförderte Filme im Wettbewerb der Berlinale

19.01.2015. Mit Oliver Hirschbiegels „Elser – Er hätte die Welt verändert“ und Laura Bispuris Spielfilmdebüt „Vergine Giurata“ haben es zwei Filme, die teilweise in Südtirol gedreht und von der Südtiroler Filmförderung unterstützt wurden, in den renommierten Wettbewerb der diesjährigen Berlinale geschafft.                                              

„Wir freuen uns sehr für diese beiden außergewöhnlichen Produktionen und gratulieren herzlich. Die Teilnahme am Wettbewerb, der Königsreihe der Berlinale, ist ein Ritterschlag für jeden Film und bestätigt unsere Arbeit. Gleichzeitig spiegelt sich in der Auswahl einer deutschen und einer hauptsächlich italienischen Produktion sehr schön unsere Brückenfunktion zwischen den italienischen und den deutschsprachigen Filmmärkten wider“, so Christiana Wertz, Leiterin der Abteilung Film Fund & Commission der BLS.

Am 12. Februar um 16.00 Uhr feiert Oliver Hirschbiegels („Der Untergang“,„Das Experiment“) „Elser – Er hätte die Welt verändert“ im Berlinale-Wettbewerb (außer Konkurrenz) seine Weltpremiere. Der Kinofilm über den Mann, der Adolf Hitler und seine Paladine am 8. November 1939 im Münchner Bürgerbräukeller in die Luft jagen wollte, wurde mit 500.000 Euro aus Mitteln der Südtiroler Filmförderung unterstützt und wurde von der Münchner Lucky Bird Pictures in Koproduktion mit Delphi Medien und Philipp Filmproduktion produziert. Insgesamt verbrachte das Team zehn Drehtage in Südtirol und filmte in Meran sowie in Terlan zentrale Szenen des Films. So wurde in einer Obstlagerhalle mit großem Aufwand detailgetreu der Bürgerbräukeller nachgebaut. Oliver Hirschbiegels „Elser“ erinnert an den einfachen Arbeiter Georg Elser (Christian Friedel), der erkannte, welcher Terror und welches Blutvergießen das Regime anrichten würde und als einziger die Konsequenz zog: Tyrannenmord. Doch Hitler verließ 13 Minuten bevor Elsers Bombe detonierte die Veranstaltung. Elser wurde auf der Flucht an der Grenze zur Schweiz gefasst, kam ins KZ und wurde am 8. April 1945 ermordet. In weiteren Rollen sind Burghart Klaußner, Johannes von Bülow und Katharina Schüttler sowie in Nebenrollen die Südtiroler Schauspieler Gerti Drassl, Anna Unterberger, Lissy Pernthaler und Anton Algrang zu sehen.

Vergine Giurata“, das Spielfilmdebüt der jungen italienischen Regisseurin Laura Bispuri mit Alba Rohrwacher und Lars Eidinger ist eine Produktion der italienischen Vivo Film in Koproduktion mit Colorado Film Production (IT), Bord Cadre Films (CH), Erafilm SH.P.K, (Albanien).

Der Film feiert seine Weltpremiere am 12. Februar um 19.00 Uhr im Berlinale Palast. „Vergine Giurata“ erzählt die Geschichte des albanischen Mädchens Hanna Donda (Alba Rohrwacher). Sie entflieht ihrer Zukunft als unterdrückte Ehefrau, dem typischen Schicksal junger Frauen in den unwirtlichen Bergen Albaniens, indem sie sich auf den Kanun, das uralte Gesetz der Berge, beruft und ewige Jungfräulichkeit schwört. Angesichts ihres Opfers als „ewige Jungfrau“ wird sie gleichwertig in die Gemeinschaft der Männer ihres Dorfes aufgenommen und wird zu Mark Donda. Nach über zehn Jahren als Mann, in denen sich auch ihr Charakter verändert, passiert etwas, was sie erwachen lässt. Hanna entscheidet sich, wieder zur Frau zu werden und die Berge zu verlassen. Sie beginnt eine Reise, die sie auch in ihre eigene Vergangenheit führt und Erinnerungen und Gefühle freigibt, die sie lange vergessen hatte.

„Vergine Giurata“ wurde teilweise in Südtirol realisiert. Von April bis Mitte Mai 2014 drehte die Produktion an 15 Tagen in einer Wohnung in Bozen und in einem Hallenbad in Meran. Die Südtiroler Filmförderung unterstützte das Projekt mit 198.000 Euro.

Die BLS ist nicht nur mit zwei herausragenden Filmen bei der Berlinale vertreten. Am 10. Februar hat die BLS zu einem Empfang eingeladen zu dem etwa 400 Gäste aus der internationalen Filmbranche und die Teams von „Vergine Giurata“ und „Elser – Er hätte die Welt verändert“ erwartet werden.

Über die Südtiroler Filmförderung BLS

Mit seiner Filmförderung bietet das Land Südtirol eine regionale Förderung für die Produktion und die Produktionsvorbereitung. Hierfür steht jährlich ein Fördervolumen von fünf Millionen Euro zur Verfügung. Ausdrücklich eingeladen sind Produktionsunternehmen aus dem deutschsprachigen Raum. Verwaltet wird die Südtiroler Filmförderung von der BLS Südtirol Alto Adige.

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