2. September 2013

M100 Sanssouci Colloquium

News

02.09.2013 Shermin Langhoff hält Laudatio auf den „Standing Man“ beim M100 Sanssouci Colloquium

Die kürzlich ernannte Intendantin des Berliner Maxim-Gorki-Theaters Shermin Langhoff hält die Laudatio auf den diesjährigen Preisträger des M100 Media Award – Erdem Gündüz, eine Ikone des friedlichen Widerstandes. Mit ihrer Lobrede auf den „Standing Man“ im historischen Raffaelsaal am Abend des 5. September führt die mehrfach ausgezeichnete Theater- und Filmemacherin die Tradition von namenhaften Rednern des M100 Sanssouci Colloquiums fort.

Die Hauptrede des diesjährigen M100 Sanssouci Colloquiums hält der preisgekrönte österreichische Romancier und Essayist Dr. Robert Menasse. In seiner Rede „Zukunftsmusik“ kritisiert Menasse den Tunnelblick der Ökonomen und fordert eine europäische kulturpolitische Offensive als notwendigen Schritt zur Überwindung der gegenwärtigen Krise. „Wer das als „idealistisch“ abtut“, so Menasse, „sieht Ideale offenbar als wertlos an und muss sich die Frage gefallen lassen, warum dann der Pragmatismus in jüngster Zeit so viele reale Werte zerstört hat.“

Shermin Langhoff wurde 1969 in Bursa (Türkei) geboren und zog im Alter von neun Jahren nach Deutschland. Nach langen Jahren beim Film, in denen sie unter anderem mit Fatih Akin für „Gegen die Wand“ zusammenarbeitete, war sie von 2004 bis 2008 Kuratorin am Berliner Theater Hebbel am Ufer (HAU). Dort gründete sie die „Akademie der Autodidakten“, die vielen Talenten der deutsch-türkischen, zweiten Einwanderer-Generation eine künstlerische Plattform bot. 2008 gründete Langhoff das postmigrantische Theater am Ballhaus Naunynstraße im Berliner Stadtteil Kreuzberg. 2011 verlieh die Alfred Toepfer Stiftung Shermin Langhoff den europäischen Kulturpreis Kairos für ihr Engagement als kulturelle Mentorin. Die Helga und Edzard Reuter-Stiftung zeichnete sie für besondere Leistungen auf dem Gebiet der Völkerverständigung und Integration aus. Vom Land Berlin erhielt sie 2012 den Moses-Mendelssohn-Preis. Shermin Langhoff ist Mitglied im Rat für Kulturelle Bildung in

Deutschland und in de

r Jury der Kulturakademie Tarabya in Istanbul. Mit der Spielzeit 2013/14 übernimmt sie die Intendanz des Maxim Gorki Theaters in Berlin.

Der Preisträger des diesjährigen M100 Media Award, Erdem Gündüz, wurde durch seine Aktion „stehender Mann“ (türk. Duran Adam) weltweit bekannt, als er im Juni stundenlang regungslos auf dem Taksim Platz stand und das Porträt von Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk anblickte. Mit seinem stillen Protest wurde er zur Ikone des friedlichen Widerstandes und fand weltweit Nachahmer. Gündüz wird vom M100-Beirat für sein mutiges Engagement für freie Meinungsäußerung und Menschenrechte ausgezeichnet. Die Auszeichnung steht für Verdienste um den Schutz der freien Meinungsäußerung und die Vertiefung der Demokratie sowie für besondere Leistungen um die europäische Verständigung und Kommunikation.

Bisherige Preisträger sind: Lord Norman Foster, Architekt (2005) / Dr. Bernard Kouchner, Gründer der Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ und französischer Außenminister (2006) / Bob Geldof KBE, Musiker, Afrika-Aktivist und Gründer von Live AID (2007) / Ingrid Betancourt, franko-kolumbianische Politikerin (2008) / Hans-Dietrich Genscher, ehemaliger Deutscher Außenminister (2009) / Kurt Westergaard, dänischer Karikaturist (2010) / Michael Anti, chinesischer Journalist und Blogger und Lord Weidenfeld (Ehrenpreis, beide 2011) / EZB-Präsident Mario Draghi (2012).

Zuvor lädt das M100 Sanssouci Colloquium in diesem Jahr unter dem Titel „Are the Media destroying Europe?“ zu einer kontroversen Debatte mit sechs Persönlichkeiten aus Politik und Medien aus sechs europäischen Ländern. Auf dem Panel sitzen Anna Diamantopoulou (griechische Politikerin und Präsidentin von „DIKTIO – Network for Reform in Greece and Europe“), Simon Jenkins (Vorsitzender des National Trust und ehemaliger Herausgeber der Londoner „Times“), Tomasz Lis (Chefredakteur von „Newsweek Polska“), Annalisa Piras (Filmemacherin, ehemalige London-Korrespondentin von „L’Espresso“ und Mitgründerin von Euronews), Ines Pohl (Chefredakteurin „taz“) und Xavier Vidal-Folch (stellvertretender Direktor von „El PaØs“). Moderiert wird die Debatte von Tim Sebastian, dem Erfinder und langjährigen Moderator der legendären BBC-Interviewreihe „HARDtalk“. Zurzeit moderiert er die „New Arab Debates“ bei Deutsche Welle TV.

 

Die Debatte wird mit Recherchen und Fakten untermauert, die von den Teilnehmern des diesjährigen Nachwuchsjournalisten-Workshops M100 Young European Journalists erarbeitet werden. In einem sechstägigen, direkt vor dem Colloquium stattfindenden Workshop bereiten sie sich intensiv auf das Thema vor, recherchieren Fakten, produzieren Videos, Texte und Blogs. Unter der Anleitung des mehrfach ausgezeichneten Filmemachers Christian Stahl sowie in Kooperation mit der Axel Springer Akademie soll mit den Teilnehmern eine digitale Europadebatte über Chancen, Schwierigkeiten und neue Wege für die europäische Berichterstattung und den europäischen Integrationsprozess entfacht werden.

Die 20 Nachwuchsjournalisten wurden aus über 100 Bewerbern ausgewählt und kommen unter anderem aus Aserbaidschan, Bulgarien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland Großbritannien, Italien, Polen, Rumänien, Türkei und der Ukraine.

 

M100 ist eine Initiative der Landeshauptstadt Potsdam und des Vereins Potsdam Media International e.V. und findet im Rahmen der Medienwoche@IFA statt.

Gefördert wird die diesjährige Veranstaltung vom Medienboard Berlin-Brandenburg, dem Auswärtigen Amt, der Bundeszentrale für politische Bildung und der ZEIT-Stiftung.

Kooperationspartner sind AFP, Axel Springer Akademie, Deutsche Welle, European Council on Foreign Relations, European Youth Press, Human Rights Watch, Intajour, Institut für Medien- und Kommunikationspolitik, Land Brandenburg, Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Reporter ohne Grenzen sowie Zukunftsort Europa.

Medienpartner ist Die Welt.

 

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