JFBB 2018 eröffnet!

26.06.2018. 24. Jüdische Filmfestival Berlin & Brandenburg (JFBB) feierlich eröffnet.

Mit der Europapremiere der Dokumentation ITZHAK eröffnete heute, am Dienstag, den 26. Juni 2018, im Rahmen einer festlichen Gala im Hans Otto Theater in Potsdam das 24. Jüdische Filmfestival Berlin & Brandenburg.

Der Dokumentarfilm ITZHAK eröffnet das Festival
ITZHAK ist das filmische Porträt des Ausnahme-Geigers Itzhak Perlman von der New Yorker Autorin und Filmemacherin Alison Chernick, die ihren Film persönlich vorstellte. Unter den Gästen der Eröffnungsgala waren Brandenburgs Ministerpräsident und Schirmherr des Festivals Dr. Dietmar Woidke, der Berliner Senator für Finanzen Dr. Matthias Kollatz-Ahnen, der Beauftragte der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus Dr. Felix Klein, der Gesandte der Amerikanischen Botschaft Kent D. Logsdon sowie die FestivalpatInnen Caroline Peters und Volker Beck. Moderiert wurde die Gala von radioeins Filmkritiker Knut Elstermann.

Außerdem besuchten Anna Justice und Florian Lukas, Schauspielerin, Regisseurin und Autorin Adriana Altaras, Oscar-Regisseur Jochen Alexander Freydank und der Autor Harald Martenstein die Eröffnungsgala.

Besondere Empfehlung für einen deutschen Film mit jüdischer Thematik
Das Jüdische Filmfestival Berlin & Brandenburg vergibt im Rahmen des Festivals die insgesamt mit 7000 € dotierten Gershon-Klein-Filmpreise, die alljährlich von der Familie Klein gestiftet und an erfolgreiche Filmregisseur*innen verliehen werden. Neben den Regiepreisen für den besten Spielfilm sowie dem besten Dokumentarfilm, die am Ende des Festivals vergeben werden, wird bereits bei der Eröffnungsgala eine besondere Empfehlung für einen deutschen Film mit jüdischer Thematik ausgesprochen. Die besondere Empfehlung ging in diesem Jahr an zwei Filme: DIE UNSICHTBAREN – WIR WOLLEN LEBEN von Claus Räfle und MOHAMMED UND ANNA von Taliya FinkelDIE UNSICHTBAREN – WIR WOLLEN LEBEN ist ein zum Teil dokumentarischer Spielfilm aus dem Jahr 2017, der das Untertauchen von jüdischen Flüchtlingen während des Zweiten Weltkriegs in Berlin thematisiert. Die Hauptrollen spielen Max Mauff, Alice Dwyer, Ruby O. Fee und Aaron Altaras.
Der Dokumentarfilm MOHAMMED UND ANNA erzählt die Geschichte vom ägyptischen Arzt Mohamed Helmy, der während der Nazizeit sein Leben riskierte, als er 1941 in Berlin die 17-jährige Jüdin Anna Boros und ihre Familie bis Kriegsende vor der drohenden Deportation bewahrte.

Bereits in der Woche vor der offiziellen Eröffnung des Festivals zeigte und diskutierte das JFBB in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft e.V., dem Presse- und Informationsamt der Bundesregierung und dem Filmmuseum Potsdam mit über 600 Schüler*innen ab Klassenstufe 8 MOHAMMED UND ANNA bei Schulvorführungen in Berlin und Potsdam. Die Regisseurin war jeweils anwesend und sprach mit den Schülern über den Film. 10.000 DVDs mit der Schulfassung des Films werden im Auftrag des Presse- und Informationsamt der Bundesregierung und der Deutschen Gesellschaft e.V. in diesem Jahr noch an Schulen in Deutschland versendet.

Das 24. Jüdische Filmfestival Berlin & Brandenburg
Die diesjährige Ausgabe des JFBB findet noch bis zum 5. Juli unter dem Motto „No Fake Jews“statt. Gezeigt werden 42 Spielfilme, Dokumentarfilme und Kurzfilme. Das Festival bietet seit beinahe einem Vierteljahrhundert aktuellen jüdischen und israelischen Filmen sowie Kulturveranstaltungen eine Plattform, um jüdisches Leben abzubilden, offenen, aber auch verdeckten Antisemitismus aufzudecken und an die Vergangenheit zu erinnern. Es ist das größte Forum für den jüdischen und israelischen Film in Deutschland, das älteste und bedeutendste kulturelle Event seiner Art und wesentlicher Teil des vielfältigen jüdischen Lebens in Berlin und Brandenburg.

Festivalhighlights – 70 Jahre Israel
Zum 70. Jahrestag der Gründung Israels wirft das Festival einen besonders intensiven Blick auf die Filmkultur des Landes. Insgesamt 16 Produktionen aus Israel zeigen das vielfältige Land mit all seinen Widersprüchen, jenseits der alltäglichen Nachrichtenbilder und Stereotypen:

  • So läuft mit FOXTROT von Samuel Maoz, der mit dem Film 2017 in Venedig den Silbernen Löwen gewann, ein Meisterwerk, das sich nicht nur kritisch mit dem Militär auseinandersetzt, sondern auch von der Zerstörungskraft der Trauer und der Langlebigkeit von Traumata erzählt.
  • Oder HOLY AIR vom israelisch-arabischen Regisseur Shady Srour, eine Komödie, in dem ein erfolgloser christlich-arabischer Geschäftsmann eine Marketingstrategie für ein ungewöhnliches „Produkt“ sucht und dabei alles, was heilig ist, über Bord schmeißt.
  • Bei der Berliner Premiere am 28. Juni um 18.30 Uhr im Filmkunst 66 des bewegenden Dokumentarfilms KISHON über den bekanntesten Satiriker Israels wird Bundesaußenminister Heiko Maas auf Ephraim Kishons Sohn Rafi und seine Enkelin Gaya Kishon treffen. Ephraim Kishons rund 70 Titel erschienen in 37 Sprachen. Allein im deutschsprachigen Raum verkauften sich 43 Millionen seiner Bücher.
  • Die 12-teilige Serie YOUR HONOR erzählt von einem Richter, dessen Sohn nach einem Unfall Fahrerflucht begeht. Als er ihn der Polizei übergeben will, sieht er zufällig im Fernsehen, dass das Opfer der Sohn einer skrupellosen Gangsterfamilie ist. Die Angst um seinen Sohn treibt ihn in eine Spirale von Verzweiflungstaten. Derzeit produziert CBS ein amerikanisches Remake.

Festivalhighlights – Starke Frauen
In diesem Jahr hat das Festival eine starke Frauenpräsenz unter den Filmschaffenden: Von den 42 Filmen im Programm wurden immerhin 13 Filme von Regisseurinnen inszeniert – damit bietet das JFBB eine überdurchschnittliche Präsenz von Regisseurinnen.

  • Starke Frauen spielen die Hollywoodstars Rachel Weisz und Rachel McAdams in DISOBEDIENCE, dem bewegenden Drama, des in Berlin lebenden, aus Chile stammenden Oscar-Regisseurs Sebastián Lelio, über die heimliche Liebe zweier Frauen in Londons jüdisch-orthodoxer Gemeinde. Der Film lief bereits beim Toronto International Film Festival 2017 und dem Tribeca Film Festival 2018 und feiert nun auf dem JFBB seine Deutschlandpremiere.
  • Eine außergewöhnlich starke Frau ist zweifelsohne auch die aus Essen stammende israelische Literaturprofessorin und Frauenrechtlerin Alice Shalvi, die 2007 mit dem ISRAEL-Preis für ihr Lebenswerk ausgezeichnet wurde. Nach ihrem Besuch beim Festival im Jahr 2000, tritt die inzwischen 91-Jährige erneut die Reise nach Berlin an. Das JFBB zeigt aus diesem Grund nochmals den 1999 entstandenen Dokumentarfilm RITES OF PASSAGE – THE SPIRITUAL JOURNEY OF ALICE SHALVI, der einen Einblick in ihr Lebenswerk gibt.
  • Dass die Fähigkeiten von Frauen oft unterschätzt werden, nimmt der Dokumentarfilm GENIALE GÖTTIN – DIE GESCHICHTE VON HEDY LAMARR unter die Lupe. Denn es blieb weitgehend unbekannt, dass Hedy Lamarr gemeinsam mit ihrem Freund, dem Komponisten George Antheil neue Technologien entwickelt hat, um mit deren Hilfe die Nazis zu bekämpfen. Sie stellen die Grundlagen für WLAN und Bluetooth dar. Das Festival ehrt sie – für ihre großen schauspielerischen Leistungen – mit einer kleinen, sorgfältig ausgewählten Hommage im Filmmuseum Potsdam.

Das komplette Programm und mehr Informationen: www.jfbb.de.
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