29. Juni 2016

IDM vergibt 1,790 Mio. Euro im zweiten Fördercall 2016

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29.06.2016. Die Entscheidungen für die zweite Förderrunde der IDM dieses Jahres wurden getroffen. Von der Experten-Kommission wurden neun Projekte mit einem Gesamtfördervolumen in Höhe von 1.790.000 Euro zur Förderung empfohlen und von der Südtiroler Landesregierung am gestrigen Dienstag genehmigt. Die Projekte generieren zusammen rund 142 Drehtage in Südtirol, die großteils noch in diesem Jahr umgesetzt werden. Zwei kommen dabei aus Südtirol, zwei aus anderen Regionen Italiens, vier aus Deutschland und eines aus Österreich.

Der Spielfilm der Letterbox Filmproduktion „Die Pfefferkörner und der Fluch der Berge“ (AT) erhält mit 500.000 Euro die höchste Einzelförderung in dieser Runde. An 24 Tagen, voraussichtlich im September, wird für den Kinderfilm um die Nachwuchsdetektive Mia und Basti im Vinschgau, Passeiertal und in Niederdorf gedreht. Die Kinder- und Jugendserie „Die Pefferkörner“ läuft seit 1999 erfolgreich im deutschen Fernsehen und wird vom NDR ausgestrahlt.
Trotz Warnung ihres Südtiroler Freundes Luca fahren die drei Nachwuchsdetektive der Pfefferkörner, Mia und der Außenseiter Basti wie geplant mit der Schulklasse nach Südtirol. Doch kaum in Südtirol angekommen, müssen Mia und Basti a schnell feststellen, dass auf dem Hof und im Gästehaus der Familie Gruber tatsächlich einiges nicht mit rechten Dingen zuzugehen scheint.„Zweitland“ (AT) der Bozner Echo Film in Koproduktion mit der SK Film- und Fernsehproduktionsgesellschaft aus Salzburg, und der Münchner Starhaus Filmproduktion erhält 480.000 Euro Förderung. Der Film von Michael Kofler (Buch und Regie), der die Idee dazu im RACCONTI Script Lab entwickelte, erzählt die Geschichte aus den frühen 60er Jahren von den Brüdern Paul, künstlerisch begabt und introvertiert, will der Perspektivlosigkeit in Südtirol entfliehen und Anton, der nach Österreich flüchten muss, als seine Beteiligung an der Bombenanschlagsserie der Separatistengruppe aufzufliegen droht. Dadurch sieht sich Paul in der Verantwortung, Antons junge Familie auf dem Bauernhof zu unterstützen. Während im Dorf die Meinung zwischen Verherrlichung und Verurteilung der Attentäter schwankt, bringt Antons resolute Frau Anna kein Verständnis für die Bombenanschläge auf. Als Paul die Aufnahme an die Kunstakademie besteht, muss er sich zwischen seinem Traum vom Künstlerleben und seiner Zuneigung zu Anna entscheiden. Voraussichtlicher Drehstart in Südtirol ist Mai 2017.

Der TV-Krimi „Schlussrechnung“ (AT) führt Schauspieler Tobias Moretti einmal mehr nach Südtirol. Er spielt Commissario Höllbacher, den es hart trifft. Denn ein falsch beschuldigter Priester beging Selbstmord, nachdem der Staatsanwalt Massimo Nicoletti ihm öffentlich des sexuellen Missbrauchs bezichtigt hatte. Höllbacher fühlt sich verantwortlich und erleidet ein Burnout. Anna Thaler, Chefin der Kriminalpolizei in Meran überredet ihn daraufhin, nach Meran zu kommen und dort für sie zu arbeiten. Doch Meran bleibt nicht lange das versprochene ruhige Plätzchen. Ein Paar wurde am helllichten Tag erschossen….
Die Wiener Allegro Film, die bereits u.a. „Das finstere Tal“ in Südtirol produzierte, dreht den Film für die erfolgreiche ORF-Reihe „Landkrimi“ mit Unterstützung der IDM i.H.v. 250.000 Euro ab August nach einem Buch von Peter Probst („Luis Trenker – der schmale Grate der Wahrheit“) und unter der Regie von Umut Dag. Realisiert wird „Schlussrechnung“ an 22 Tagen in Meran und Umgebung.200.000 Euro erhält die italienische Komödie „Mister Felicità“ des römischen Produktionshauses Cattleya. Unter der Regie des bekannten Multitalents Alessandro Siani („Il principe abusivo“, „Benvenuti al Sud“), der auch das Buch schrieb und in der Hauptrolle zu sehen sein wird, wird ab Juli an insgesamt 21 Tagen in Meran, Kaltern, Eppan, Schluderns und Auer gedreht. „Mister Felicità“ handelt von Martino, einem jungen Neapolitaner, lustlos und pessimistisch. Er lebt bei seiner fleißigen Schwester Caterina in Südtirol, der er auf der Tasche liegt. Sie wünscht sich sehnlichst, dass ihr Bruder seine Lethargie aufgibt und eine Frau und eine Arbeit findet. Aber dafür ist Martino viel zu faul. Bis er eines Tages einen Unfall verursacht, der Caterina ins Bett zwingt. Sie muss sich einer teuren Operation unterziehen. Aber woher das Geld nehmen? Martino bleibt leider keine Wahl: Er muss arbeiten!

Reinhold Messner verwirklicht voraussichtlich ab August das dokumentarische Bergsteigerdrama „Der Heilige Berg“ (AT) um die Rettung von vier Bergsteigern aus der eisigen und nahezu senkrechten Mingbo-Wand des Ama Dablam in Nepal, von der Bevölkerung als „heilig“ und unberührbar angesehen. Peter Hillary, Sohn des Erstbesteigers des Mount Everest, Sir Edmund Hillary, organisierte die Expedition 1979, der eine Eislawine zum Verhängnis werden sollte. Ein Toter und drei Verletzte hängen an einem einzigen Anker in den Seilen an der Senkrechten. Da die Einheimischen die Rache der Götter fürchten, macht sich der Vater selbst auf den Weg, um seinen Sohn mit einer waghalsigen Hubschrauberaktion zu retten…Messner dreht u.a. in Sulden. Die Produktion wird mit 110.000 Euro unterstützt.

„Verliebt, verlobt,…vergeigt“ (AT) bringt in dieser romantischen Komödie das Traumpaar aus der Anwaltsserie „Edel und Starck“ wieder zusammen. Rebecca Immanuel und Christoph M. Ohrt drehen unter der Regie von Daniel Scotti-Rosin voraussichtlich ab September 20 Tage für die Münchener die film GmbH in Bozen, Eppan, auf dem Ritten und in Oberbozen. Erzählt wird die Geschichte von Claudia, die ihren Sohn Oliver überredet, seine Hochzeit mit Jade bei ihr in Südtirol zu feiern – im kleinen, feinen Rahmen. Doch der großspurige Brautvater Herb (Christoph M. Ohrt)  will seiner einzigen Tochter eine großzügige, teure Hochzeitsfeier ausrichten. Claudia und Herb wetteifern um die Gunst des Hochzeitpaares und schaffen es fast, das junge Glück auseinander zu bringen. Trotz aller Differenzen kommen sie sich dabei näher – bis die blonde Amanda auftaucht, Herbs Sugarbaby, und dessen Lebenslügenhaus in sich zusammenfällt. Plötzlich steht nicht nur die Hochzeit auf der Kippe, sondern auch die Glaubwürdigkeit von Herb.
Der Film, produziert von der Münchner Die Film GmbH, wird mit 100.000 Euro gefördert und ebenfalls noch in diesem Jahr komplett in Südtirol gedreht. Für die Regie zeichnet Christina Schiewe verantwortlich.

„Urban Divas“ (AT) ist eine Miniserie, die die Regisseurin Natalie Spinell und der Schauspieler Felix Hellmann gemeinsam geschrieben haben und die nun zum Teil in Südtirol realisiert wird. Mit 100.000 Euro unterstützt die Südtiroler Filmförderung die Produktion der Lüthje Schneider Hörl Film aus München um Lou (Josephine Ehlert („Im Labyrinth des Schweigens“)), die den Mann fürs Leben sucht, was aber alle potentiellen Kandidaten bereits zehn Kilometer gegen den Wind riechen. Nach sieben Jahren Beziehung war Lou an ihrem 30. Geburtstag von ihrem Freund verlassen worden und stellte fest, dass ihre Eierstöcke ab jetzt rasant altern werden! Jede Minute zählt jetzt, Eile ist angesagt – für die Couch-Potato Lou eine sehr schwierige Herausforderung, müsste sie doch ihren Charakter total ändern. Versuche mit „Fuck-Apps“ wie „Bang your friend“ schlagen leider total fehl….Ab Februar 2017 macht die Produktion in Bozen und Meran Station.

Die Südtiroler Filmförderung fördert in dieser Runde noch einen weiteren Dokumentarfilm.„Oswald von Wolkenstein“, Ritter, Dichter, Minnesänger des Spätmittelalters und Berater des deutschen Kaisers, war die erste in Südtirol geborene Persönlichkeit von gesamteuropäischer Bedeutsamkeit. Regisseur Klaus Romen („Die Heimatfront – Der große Krieg in Südtirol“, „Ötzi – Der Mann aus dem Eis”) will das Thema historisch korrekt, filmisch spannend und erzählerisch verständlich einem breiten Fernsehpublikum näher bringen und erzählt seine Geschichte vom Kreuzritter bis zum Konzil in Konstanz. Gedreht wird der Film an 15 von insgesamt 18 Drehtagen in Waidbruck, in Brixen, Prissian und in Bozen. Die Produktion der Bozner Videocap erhält 30.000 Euro.

Mit „Sole“ erhält ein Projekt im 2. Call Produktionsvorbereitungsförderung i.H.v. 20.000 Euro. Der Spielfilm von Regisseur und Autor Carlo Sironi („Cargo“) ist eine italienisch-französischen Koproduktion (Kino Produzioni, Rom und Méroé Films N.D., Frankreich). In „Sole” begegnen sich die Ermanno und Rada. Beide sind sie vom Leben wenig verwöhnt und dennoch finden sie am Ende zueinander. Ermanno verbringt seine Tage mit Kleindiebstählen als er die schwangere Rada trifft, die in Italien ihr Kind weggeben will, um ein neues Leben zu beginnen. Die beiden geben sich als Paar aus und versprechen das Neugeborene Ermannos Bruder und seiner Frau, die keine Kinder haben können. Um die Adoption durchzukriegen, müssen sie weiterhin das Paar spielen und lernen sich dabei kennen und schätzen. Bald brauchen sie einander. Als Radas Tochter Sole zu früh auf die Welt kommt und noch die Brust ihrer Mutter braucht, beschließt Rada, gefühllos zu bleiben, während Ermanno sich um das Kind kümmert, als wäre es sein eigenes.

Die Einreichfrist für den 3. Fördercall der Südtiroler Filmförderung IDM endet am 28. September. Die Entscheidung über die Vergabe wird voraussichtlich am 15. November erfolgen.

 

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