Das richtige Leben im falschen

2.2.2014  Am 10. Februar ist auf ARTE der vom UFA LAB produzierte Film „RLF: Kunstprotest aus Berlin“ zu sehen. Er zeichnet die Hintergründe einer Protestbewegung nach, die im vergangenen Jahr angetreten ist, Kapitalismuskritik ausgerechnet durch Konsum zu praktizieren und auf diese Weise auch unpolitische Menschen zu Aktivisten zu machen: Unter dem Slogan „Werde Shareholder der Revolution“ finanziert das Revolutionsunternehmen „RLF“ seinen Widerstand mit dem Verkauf exklusiver Design-Artikel. So können/sollen die Buchstaben „RLF“ auch als Antonym der berühmten Adorno-Sentenz „Es gibt kein richtiges Leben im falschen“ gelesen werden.

Geschäftsführer von RLF ist der Designprofessor Friedrich von Borries, der im August bereits im Suhrkamp Verlag einen Roman zur Entstehungsgeschichte von RLF veröffentlicht hatte. Das UFA LAB hat im Auftrag von ARTE neben dem jetzt ausgestrahlten Film auch Website, Social Media Aktivitäten und ein Online-Game umgesetzt, die gemeinsam mit Friedrich von Borries entwickelt wurden. Durchgängig durch alle medialen Ebenen vermischt RLF dabei bewusst die Grenze zwischen Realität und Fiktion, um die Inhalte der Bewegung ziel(gruppen)genau zu platzieren.

Der dokumentarische Film begleitet RLF von der 1. Mai-Demonstration 2013 in Berlin an. Im Fokus stehen Friedrich von Borries, der Künstler Mikael Mikael und die professionelle Politaktivistin Slavia. Die Kamera zeigt sie beim Aufbau des Unternehmens, bei Protestaktionen und lässt auch die sich zwangsläufig ergebenden Konflikten zwischen den Protagonisten nicht aus. Namhafte Intellektuelle wie der Menschenrechtler Stéphane Hessel oder die Philosophin Judith Butler zeichnen flankierend die Geschichte der großen Protestbewegungen der letzten Jahre nach, von Occupy bis zum Arabischen Frühling, und reflektieren das Vorhaben von RLF. Am Ende stellt sich die Frage: Ist ein „richtiges Leben im falschen“ tatsächlich möglich?

Kristian Costa-Zahn, Head of Creation des UFA LAB, der das Projekt gemeinsam mit Leif Alexis betreut hat: „Als UFA LAB fanden wir an dem Projekt neben dem provokanten Ansatz spannend, dass wir die gesamte transmediale Bandbreite ausreizen konnten. Ziel von „RLF“ ist es auf allen eingesetzten Plattformen, (auch) passive Zuschauer zu kritischen Aktivisten zu machen. Der Film ist jetzt der krönende Abschluss einer semifiktionalen Geschichte, die zuvor im Buch begann und online und auf Events weitererzählt wurde.“

„‘RLF‘ löst die Paradoxie zwischen kapitalismuskritischem Zeitgeist und gleichzeitig akzeptiertem wachsenden Konsumbedürfnis auf. Der Mechanismus dahinter ist die gezielte Fiktionalisierung von Realität zur Vermittlung bestimmter Inhalte“, sagt RLF-Geschäftsführer Friedrich von Borries. „Wir werden RLF mit weiteren Aktionen fortsetzen.“

Zu sehen ist „RLF: Kunstprotest aus Berlin“, produziert vom UFA LAB, am Montag, 10. Februar, um 23.10 Uhr auf ARTE.

Weitere Projektpartner sind das ZDF, das Projektbüro Friedrich von Borries sowie der Suhrkamp Verlag und das Medienboard Berlin-Brandenburg.

 

Mehr Infos über die aktuellen Aktivitäten von RLF gibt es unter www.rlf-propaganda.com

Pressekontakt:
SteinbrennerMüller Kommunikation
Kristian Müller
Tel +49 30 47 37 21 92
km@steinbrennermueller.de

 

Über RLF: »RLF« ist das Antonym zu Adornos Sentenz »Es gibt kein richtiges Leben im falschen«, die sich die neue Bewegung zu Eigen gemacht hat. Inhaltlich steht das Revolutionsunternehmen in der Tradition von Bewegungen wie Occupy und Anonymous, doch im Gegensatz dazu betreibt RLF eine Revolution nach den Regeln des Marktes: Konsum wird Widerstand. www.rlf-propaganda.com/

Über das UFA LAB: Das UFA LAB ist die digitale Produktionsunit der UFA, Deutschlands Marktführer im Bereich Programmkreation. Zu den inhaltlichen Schwerpunkten des LAB gehört das Thema Transmedia. Das UFA LAB zeichnete unter anderem verantwortlich für preisgekrönte Projekte wie „Wer rettet Dina Foxx“ (2011) und „Ewig Mein“ (2012) und ist Mitverfasser des Transmedia Manifests www.transmedia-manifest.com.

Über das Projektbüro Friedrich von Borries: Das Projektbüro Friedrich von Borries agiert in den Grenzbereichen von Stadtentwicklung, Architektur, Design und Kunst. Im Projektbüro arbeitet ein flexibles, interdisziplinäres Team. Im Mittelpunkt steht das Verhältnis von Gestaltung und gesellschaftlicher Entwicklung. Zudem lehrt Friedrich von Borries als Professor für Designtheorie an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg.

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