Martin Schultz bei M100

03.09.2014. EU-Präsident Martin Schulz ist Hauptredner des M100 Sanssouci Colloquiums/Vitali Klitschko wird mit dem M100 Media Award ausgezeichnet, der österreichische Außenminister Sebastian Kurz hält die Laudatio/Sonderpreis für YanukovychLeaks.

 Anlässlich der Verleihung des diesjährigen M100 Media Award an den Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, hält der Präsident des Europäischen Parlaments Martin Schulz am Abend des 12. September in Potsdam die Hauptrede.

Der M100 Media Award wird jedes Jahr im Rahmen der internationalen Medienkonferenz M100 Sanssouci Colloquium an eine Persönlichkeit vergeben, die „Fußspuren“ in der Welt hinterlassen hat und sich für den Schutz der freien Meinungsäußerung, die Vertiefung der Demokratie sowie für die europäische Verständigung und Kommunikation einsetzt. Klitschko erhält die Auszeichnung als Vertreter aller demokratisch-europäisch ausgerichteten Oppositionellen des Maidan und einer demokratisch motivierten Bewegung in der Ukraine.

Im inneren und äußeren erleben wir Umbrüche, die Europa und die internationale Gemeinschaft ganz besonders herausfordern: Unmittelbar an unserer Grenze tobt der Ukraine-Krieg, mit Libyen droht einem EU-Nachbarstaat der Zerfall und die Terrorgruppe IS mordet mit einer ungeheuerlichen Menschenverachtung im Nahen Osten“, so Martin Schulz. „Gleichzeitig erleben wir durch die Digitalisierung in unseren Gesellschaften einen radikalen Umbruch, der unser Leben dramatischer verändert als die meisten anderen technischen Innovationen in der Vergangenheit. Was sind unsere Antwort auf diese Herausforderungen und wie müssen wir als wertegeleitete Gemeinschaft mit ihnen umgehen? Ich freue mich auf das Gespräch über diese Fragen auf der M100-Konferenz in Potsdam.”

Die Laudatio für Vitali Klitschko hält der österreichische Außenminister Sebastian Kurz. Kurz setzt sich vor allem für eine Lösungsfindung in der Ukrainekrise ein. Er ist seit Dezember 2013 im Amt und mit 28 Jahren der weltweit jüngste Außenminister.

Sebastian Kurz: „Ich bewundere Vitali Klitschko für seinen unermüdlichen Einsatz für Freiheit, Demokratie und Frieden in seiner Heimat. Dieses selbstlose Verhalten sollte uns alle inspirieren, denn Freiheit und Frieden sind in vielen Teilen der Welt – und leider auch wieder für Europa – keine Selbstverständlichkeit.“

Sonderpreis für YanukovychLeaks

Einen Sonderpreis erhält die ukrainische Gruppe YanukovychLeaks. Die Gruppe, die aus Aktivisten und Journalisten besteht, hat nach der Flucht des ehemaligen Präsidenten Janukowitsch Tausende von Dokumente geborgen, die er zuvor in einem Weiher auf seinem Grundstück versenkt hatte. Der Beirat zeichnet mit dem Preis die außergewöhnliche Leistung aus, diese enorme Anzahl an Dokumenten geborgen, systematisiert, analysiert und auf der Website YanukovychLeaks publiziert zu haben, die das Korruptionssystem des ehemaligen Präsidenten sichtbar und transparent machen. Die Laudatio auf YanukovychLeaks hält Christopher Walker, Geschäftsführender Direktor des National Endowment for Democracy in Washington, USA.

Bisherige Preisträger sind: Lord Norman Foster, Architekt (2005), Dr. Bernard Kouchner, Gründer der Organisation „Ärzte ohne Grenzen” und französischer Außenminister (2006), Bob Geldof KBE, Musiker, Afrika-Aktivist und Gründer von Live AID (2007), Ingrid Betancourt, franko-kolumbianische Politikerin (2008), Hans-Dietrich Genscher, ehemaliger Deutscher Außenminister (2009), Kurt Westergaard, dänischer Karikaturist (2010) , Michael Anti, chinesischer Journalist und Blogger (2011), Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (2012) und Erdem Gündüz, der „Standing Man“ vom Taksim Platz (2013).

Zuvor findet in der Orangerie von Sanssouci eine hochkarätige international besetzte Konferenz zum Thema „Medienfreiheit im Zeitalter von Big Data“ statt. Zu den 60 Teilnehmern zählen Chefredakteure, Politiker, Vertreter von relevanten Organisationen sowie von großen Internetkonzernen, die in zwei Sessions mit verschiedenen Schwerpunkten in einem Roundtable-Format über dieses Thema diskutieren.

Akkreditierungsanfragen an: mail@steinbrennermueller.de

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