2. September 2015

10 Jahre PanAm-Lounge

News

02.09.2015. Vor zehn Jahren im Jahr 2005 erwachte die legendäre PanAm-Lounge im 10. Stock des Eden-Hochhauses an der Budapester Straße 43 wieder zum Leben. Gemeinsam mit Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller und dem US-Botschafter John B. Emerson feiert dieser einzigartige Ort im Herzen von West-Berlin am Donnerstag, 10. September 2015 dieses besondere Jubiläum.

„Die PanAm-Lounge als ehemaliger Treffpunkt der Piloten und Stewardessen der legendären Fluglinie und ihrer internationalen Gäste aus Film, Entertainment, Jet Set und Politik steht für die Verbindung des abgeschotteten West-Berlins mit der Welt und die Verbundenheit Berlins mit den Westalliierten,“ so Schauspielerin und Gastgeberin Natascha Bonnermann, die die PanAm-Lounge vor zehn Jahren aus ihrem Dornröschenschlaf weckte: „Einer Zeitkapsel gleich hat die PanAm-Lounge bis ins kleinste Detail ihrer Ausstattung diese besondere Ära mit wertvollen Erinnerungen konserviert. Die Lounge macht es uns heute möglich, den Zeitgeist der 60er Jahre, den PanAm aus der Welt ins abgeschottete Berlin transportierte, zu atmen und ihren Stil, ihre Mode, die Musik und die Kultur von damals noch heute zu spüren.“

Die Geschichte der PanAm-Lounge ist eng mit der Berliner Geschichte verknüpft. Die amerikanische Fluggesellschaft PanAm, die erste Fluglinie, die bereits 1939 den Pazifik überquerte, war die größte der drei westalliierten Gesellschaften, die nach Ende des Zweiten Weltkrieges West-Berlin anfliegen durfte, und den Berlinerinnen und Berlinern ein Tor in die Welt eröffnete. PanAm unterstützte außerdem tatkräftig das amerikanische Militär bei den Transportflügen der Berliner Luftbrücke. Jack O. Bennet, der spätere Chefpilot der PanAm, war der erste Pilot der Luftbrücke, der – aufgefordert vom US-amerikanischen General Lucius D. Clay – am 23. Juni 1948 eine mit Kartoffeln beladene Maschine von Frankfurt nach Berlin flog. Bennet blieb der Stadt Berlin eng verbunden, mit seiner Frau lebte er bis zu seinem Tod in Grunewald und wurde auch dort auf dem Friedhof beerdigt.

Anfang der 60iger Jahre entstanden in der Ära des Regierenden Bürgermeisters Willy Brandt neue Pläne für den Wiederaufbau des zerbombten Breitscheidplatzes und der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Die Fluggesellschaft PanAm reservierte sich einen gesamten Wohnturm als repräsentativen Firmensitz in der geteilten Stadt: das damals ultra-moderne Eden-Hochhaus – das auf der Budapester Straße 43, wo einst das Eden Hotel stand, gebaut werden sollte. Ein Penthouse mit sensationellem Blick, die PanAm-Lounge, wird für das Amüsement der dort lebenden Crewmitglieder eingerichtet. Genutzt wird sie nicht nur von den Amerikanern und ihren Gästen wie etwa dem berühmten AFN Radio-DJ Mark White, der eine Wohnung im Gebäude bezieht und seine Radiointerviews mit Legenden wie Gregory Peck, Louis Armstrong, Bob Hope, Kirk Douglas, Soraya oder Marlene Dietrich gerne in die PanAm-Lounge verlängert. Auch Willy Brandt nutzte das Kaminzimmer der Lounge regelmäßig für politische Gespräche.

Im Jahr 1991, nach dem Konkurs der Fluggesellschaft PanAm und dem Mauerfall, schließt die Lounge und bleibt für viele Jahre ungenutzt.

Zufällig entdeckte Natascha Bonnermann im Jahr 2005 die PanAm-Lounge, das vergessene Penthouse des Eden Hochhauses: „Es war, als wäre ich in eine andere Zeitzone transportiert worden – in die Ära von PanAm. Alles, bis hin zu den Aschenbechern, war noch da. Als ob die Piloten und Stewardessen gerade gegangen wären. Nach einem langen Gespräch mit Mark White, der noch immer im Haus wohnte, wurde mir klar, dass wir dieses kostbare Juwel, das von Berlins jüngster Vergangenheit zeugt, bewahren müssen.“ Natascha Bonnermann beschloss, alles, was sie hatte, in die Erhaltung der PanAm-Lounge zu investieren. Noch im gleichen Jahr gründete sie die Westblick GmbH, die in der Lounge seither ausgewählte Events ausrichtet, etwa die Nominiertenparty des Deutschen Filmpreises, Premierenfeiern und Empfänge. Aber auch zahlreiche Hintergrundgespräche, Lesungen, exklusive Konzerte oder private Feiern haben seither an diesem einzigartigen Ort hoch über der Stadt stattgefunden.

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